|
23.01.2007
1. Jahreshauptversammlung der ÖKO-Vereinigung Mitteldeutschland
e.V. im Seehotel in Zeulenroda
Die in Pößneck ansässige ÖKO-Vereinigung
Mitteldeutschland e.V. hat am Freitag im Seehotel Zeulenroda
ihre erste Jahreshauptversammlung durchgeführt. Aus
Sicht des Bio-Vereins handelt es sich um einen idealen gastronomischen
Betrieb. „100 Prozent der in den Restaurants angebotenen
Lebensmittel sind Bioprodukte, ebenso 40 Prozent der Getränke,
Tendenz steigend", sagte Vereinsvorsitzender Karsten
Fontana gestern in Pößneck. Vor der Versammlung
konnten die im Verein organisierten Bio-Bauern sehen, wie
ihre Produkte in der Hotelküche verarbeitet werden,
und am Buffet dann selbst verkosten.
In dem Ende 2005 in Pößneck gegründete ÖKO-Verein
sind derzeit 34 Landwirte organisiert. Weitere 22 sollen
zur nächsten Mitgliederversammlung aufgenommen werden.
Jeweils die Hälfte sind bereits anerkannte Bio-Landwirte,
die anderen befinden sich in der zweijährigen Umstellungszeit. „Was
uns massiv fehlt, sind Schweinezüchter. Wir könnten
in Thüringen pro Woche 200 Bio-Schweine verarbeiten
lassen. Denn 90 Prozent der Thüringer Wurst wird aus
Schweinefleisch hergestellt", erklärte Fontana. „Für
ein Bio-Schwein erhält der Bauer den 3,5-fachen Preis
wie für ein konventionell aufgezogenes." Dabei
betreibt bereits die Hälfte der hiesigen Bio-Bauern
Grünlandbewirtschaftung mit angeschlossener Tierzucht,
hierbei vorrangig Rind und Schwein.
Fontana sucht aber auch ÖKO-Imker. „Die Nachfrage
ist da. Im Jahr 2008 wollen wir 60 Tonnen Bio-Honig in den
Handel bringen."
Der Vorsitzende ging in seinem Rechenschaftsbericht auch
auf den Besuch von Vereinsmitgliedern beim Pro-Bio-Verband
im tschechischen Karlovy Vary ein. Die böhmischen Bio-Bauern
betreiben auf rund 50 000 Hektar Land, das sich zwischen
der Kurstadt und Cheb erstreckt, meist Getreide- und Mutterkuhhaltung. „Weil
in der hiesigen Bio-Tierhaltung die Futtermittel bis zur
nächsten Ernte ausgehen könnten, werden wir diese über
tschechische und polnische Verbände beziehen." Als
Grund für den Mangel an Bio-Tierfutter nannte Fontana
die um rund 30 Prozent schlechtere Getreideernte bedingt
durch die Hitzewelle im vergangenen Sommer.
Dass es in den östlichen EU-Staaten dagegen noch freie
Kapazitäten gibt, liege daran, dass dort die Nachfrage
nach ÖKO-Produkten noch nicht so groß sei wie
in der Bundesrepublik. Den Anteil von verkauften Bio-Produkten
am Lebensmittelsortiment in der Region bezifferte Karsten
Fontana mit 5,5 Prozent. Dazu trägt vor allem der gewachsene
Anteil in den Supermärkten bei. „Aber auch Naturkostläden,
die im Ortszentrum liegen, so u.a. in Schleiz und Ranis,
machen gute Umsätze."
Gegenwärtig bereitet die ÖKO-Vereinigung Mitteldeutschland
e.V. ihre Teilnahme an der BioFach-Messe am 18. Februar in
Nürnberg sowie an der Saale-Orla-Schau vom 11. bis 13.
Mai in Pößneck vor, wo es wieder eine Schauküche
und Kostproben geben wird. Wir könnten in Thüringen
pro Woche 200 Bio-Schweine verarbeiten lassen. Denn 90 Prozent
der Thüringer Wurst wird aus Schweinefleisch hergestellt.
Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Pößneck
|